Nicht aus Druck handeln, Absender statt Anzeigename prüfen, Kennwort nur auf selbst aufgerufenen Seiten, bei Geld und Zugängen ein zweiter Kanal, melden ohne Scham. Dahinter steht eine einzige Bewegung: Wechsle den Weg.
Nicht aus Druck handeln. Je eiliger eine Nachricht klingt, desto langsamer wird man — der Druck selbst ist das Warnzeichen. Absender prüfen, nicht Anzeigename: die Adresse hinter dem Namen ansehen, die Domäne von rechts lesen. Drei Sekunden.
Ein Kennwort gibt man nur auf einer Seite ein, die man selbst aufgerufen hat — und niemand im Betrieb braucht es jemals. Bei Geld und bei Zugängen ein zweiter Kanal: Rückruf über die Nummer, die man selbst kennt, nie über die aus der Nachricht.
Melden, sofort und ohne Scham. Auch beim Verdacht, auch wenn es peinlich ist, auch wenn man es selbst verursacht hat.
Und dahinter steht eine einzige Regel: Wechsle den Weg. Prüfe nie auf dem Kanal, über den die Bitte kam. Diese eine Bewegung bricht fast jeden Angriff.
Es ist eine Arbeitsteilung: Die Technik hält das Meiste draußen, der Mensch erkennt das, was durchgekommen ist, und die Meldestelle macht daraus eine Maßnahme. Niemand muss jede Fälschung erkennen — das schaffen Fachleute nicht. Man muss nur dort anhalten, wo es um Geld, Kennwörter oder Zugänge geht.
Die drei Wörter der Merkregel — anhalten, prüfen, melden — entsprechen Art. 32 (Sicherheit) und Art. 33 (Meldung). Beide fallen nach Art. 83 Abs. 4 lit. a DSGVO in den Rahmen bis zu 10 Millionen Euro oder 2 Prozent. Beschäftigte treffen keine eigene Meldepflicht gegenüber der Behörde und keine eigene Frist.
Im Video: Dieser Lernblock dauert 2:26 und ist Teil des Kurses Phishing und Social Engineering erkennen. Das erste Kapitel können Sie kostenlos ansehen.
Stand: 26.10.2026