Sieben Merkmale, und zwei zusammen genügen für ein Stoppschild. Das wichtigste zuerst: Der Anzeigename ist frei eintragbar und beweist nichts — sehen Sie sich die Adresse dahinter an.
Nach dem Anzeigenamen kommt die Domäne, also der Teil hinter dem Klammeraffen. Dort wird getäuscht: ein Buchstabe vertauscht, ein Strich eingefügt, eine Endung geändert. Der Trick dagegen: Lesen Sie die Domäne von rechts nach links. Was direkt vor der Endung steht, ist der eigentliche Eigentümer; alles weiter links kann Dekoration sein.
Weiter: unpassende oder fehlende Anrede, Druck und Drohung, ein Link, dessen Ziel nicht zu seinem Text passt, ein unerwarteter Anhang — und das deutlichste Merkmal: die Bitte um ein Kennwort, eine Zahlung oder eine Bestätigung. Diesen Satz nehmen Sie wörtlich: Niemand in Ihrem Betrieb braucht jemals Ihr Kennwort.
Ein Merkmal müssen Sie dagegen streichen, auch wenn Sie es anders gelernt haben: schlechtes Deutsch. Fälschungen sind heute fehlerfrei, höflich und im richtigen Tonfall. Gutes Deutsch beweist nichts — und eine persönliche Anrede auch nicht, denn eine gute Fälschung kennt Ihren Namen, Ihre Abteilung und Ihren Vorgesetzten.
Der häufigste Fehler ist am Ende nicht Leichtsinn, sondern Eile: zwischen zwei Terminen, mit dem Telefon in der Hand, im Gehen. Daraus der Rat, der im Alltag mehr hilft als alle sieben Merkmale — Nachrichten, die Geld oder Zugänge betreffen, bearbeiten Sie nicht im Gehen.
Gelangen durch eine gefälschte Nachricht Daten an Dritte, verletzt das den Grundsatz der Vertraulichkeit aus Art. 5 Abs. 1 lit. f — Rahmen nach Art. 83 Abs. 5 lit. a DSGVO: bis zu 20 Millionen Euro oder 4 Prozent.
Im Video: Dieser Lernblock dauert 5:30 und ist Teil des Kurses Phishing und Social Engineering erkennen.
Stand: 11.10.2026